Die Sache mit den BeWERTungen

Als ich vor mehr als 20 Jahren damit begann, mich mit köstlichen Produkten aus dem Alpen Adria Raum zu beschäftigen, waren Bewertungen wichtig. Produkte, vor allem Weine, wurden von einer Jury oder Kommission getestet und bewertet. Dadurch bekam das Produkt einen Wert und wurde bekannter. Dafür danke ich allen Medien und Journalisten!

So lief das zumindest in Österreich. Anders in Friaul. Hier wurden beispielsweise nur Weine von berühmten, großen „Winzer-Namen“ gekauft. Und dass es in Slowenien und Kroatien auch Wein gab, wusste niemand. Nur ein paar Insider wie Prof. Peter Lexe haben darüber damals gesprochen und informiert.

Ich kann mich noch erinnern… Es gab von den großen Österreichischen Weinen nur ca. 2.000 Flaschen pro Jahrgang. Jeder wollte die tollen Weine verkosten und es war schon sehr besonders – ja sogar spannend, vielleicht auch etwas, auf das man als Edelgreissler stolz war – wenn man seinen Kunden ein paar wenige Flaschen anbieten konnte.

Heute gibt es von den großen Weinen nicht nur 2.000, sonder schon 10.000 Flaschen. In der Weinwelt von heute hat sich so viel zum Positiven entwickelt – selbst ich kann gar nicht mehr sagen welcher Wein 95 oder 100 Punkte wert ist. Obwohl wir nicht von „WERT SEIN“ sprechen sollten, denn mit „WERT“ hat das nichts mehr zu tun. Aber nun ja, so funktioniert die Konsumgesellschaft. So funktioniert der Markt. So funktioniert Angebot und Nachfrage.

Es gibt eine gewaltige Anbauvielfalt sowie Geschmacksvielfalt. Wir trinken Weine, die man einmal verkostet haben möchte weil sie „Orange-Weine“ sind. Und am Ende entscheiden wir uns für Weine des jeweiligen Geschmacks. Was ja auch gut ist. Denn man soll ja Lust auf Wein haben. Und er soll schmecken.

WERTfrei kosten und genießen

Und so ist es auch bei allen anderen Produkten. Bei mir ist immer der WERTvolle Produzent und sein Umgang mit „Mutter Erde“ im Mittelpunkt gestanden und deshalb war und bin ich für meine Kunden immer eine spannende und WERTvolle Anlaufstelle zu mehr Genuss. Die Bühne sozusagen, um neue Genusshandwerker und deren Produkte kennen zu lernen. Um diese danach persönlich zu besuchen und auch menschlich kennen zu lernen.

Ich habe nie Produkte verkauft die gerade „IN“ beziehungsweise „in Mode“ waren. Ich wollte nicht „der Zweite“ sein. Nicht umsonst nennt man mich auch heute noch “Genuss-Detektiv” und Edelgreissler aus Leidenschaft 😉.

Und so habe ich für uns alle wieder einige neue Köstlichkeiten entdeckt.

Viel Spaß beim Schmökern und Shoppen.

Euer Edelgreissler,

Herwig Ertl

 

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